Atomkraftwerk in Schkopau?

Entwurf,
15. April 2026

Uwe Arendt, AfD-Landrats-Kandidat für den Saalekreis, will’s wissen: Statt das uralte Kohlekraftwerk in Schkopau weiter zu quälen, soll vor den Toren von Halle und Merseburg ein Atomkraftwerk die Sonne ersetzen. Gas? Pah! „Die Alternative Gas halte ich nicht für angemessen. Bei einem Neubau sollte man über andere Sachen nachdenken, zum Beispiel Atomkraft. Die Forschung ist seit vielen Jahren weitergegangen.“ Na klar, wer braucht schon Alternativen, wenn strahlende Kraftwerke jede Menge Glanz in die Region bringen? Die Grünen in Finnland machen es Deutschland ja vor, da kann die Alternative für Deutschland als Avantgarde nicht zurückstehen.

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, seines Zeichens Saalekreis-Chef der AfD, schwebt ob dieser Visionen auf Wolke sieben – oder heißt es besser auf dem Atompilz? Für die AfD ist Atomkraft offenbar das Allheilmittel gegen Energieknappheit und das Sinnbild für billigen Strom. Ob die Bewohner im Umkreis von Schkopau sich auch so freuen? Na ja, zumindest dürfte das Stichwort „Strahlen“ dann in der Nachbarschaft eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Aber damit nicht genug: Auch die Querfurter Platte steht bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll auf der Kandidatenliste. Ein Glück für die Querfurter, dass jeder gerne mal Gastgeber für ein bisschen strahlenden Abfall sein möchte – oder etwa nicht? Man darf bezweifeln, dass dieses Angebot für Begeisterungsstürme sorgt.

Das BSW-Halle/Saalekreis zieht da einen ganz anderen Stecker: Kein Atomkraftwerk anstelle des Kohleklotzes in Schkopau, kein Atommüll in Querfurt – und natürlich kein Wiedereinstieg in die Kernenergie. Denn Atomstrom? Nicht billig! Wer die Rechnung macht, inklusive Investition, Betrieb, Rückbau und Entsorgung, stellt fest: Wind und Solar sind nicht nur grüner, sondern oft sogar günstiger. Aber hey, wer will schon mit Fakten seinen Spaß verderben?

Und wenn’s ums Geld geht, fordert das BSW: Ran an die Pipeline – kostengünstiges russisches Gas muss zurück in die Stadtwerke, um die Energiepreise zu senken und die Deindustrialisierung aufzuhalten. Wirtschaftlich vernünftig, pragmatisch, und vor allem: ätzend ehrlich.

Fazit: Uwes Wunsch-Atom-Märchen mag die Bühne rocken, aber wer in Schkopau und Querfurt den strahlenfreien Alltag bevorzugt, greift lieber zum günstigsten Energielieferanten statt zur Urankugel.